CarGrid Home - CarGrid Idee - CarGrid Fragen - Das Dilemma der Elektromobilität  
  Fragen und Antworten zum automatischen Elektroanschluss
Offene Kontakte auf der Fahrbahn: Ist das nicht gefährlich? Mehrfache Sicherheitsschaltungen verhindern, dass die Kontaktflächen unter Spannung gesetzt werden, bevor der Anschlusskopf formschlüssig aufgesetzt ist, eingehakt hat, die elektrische Verbindung (mit Schwachstromsignalen) geprüft ist sowie das Fahrzeug als gültiger Benutzer ausgewiesen ist.
Das wird doch nie erlaubt! Ein Gegenbeispiel: Menschen, die außen an einem Fahrzeug festgekrallt mitfahren, das ist doch sicher verboten. Bei Müllfahrzeugen ist das der Alltag. Natürlich sind beim automatischen Elektroantrieb die vorhandenen Normen und Bestimmungen anzupassen und ihre Einhaltung zu gewährleisten.
Kontaktflächen auf der Fahrbahn. Verschmutzung und Oxidation verhindern doch gute Kontakte, oder? Natürlich muss für eine solche Anschlussart besondere Vorsorge getroffen werden. Beispielsweise ermöglicht der elektrisch betätigte Haken einen fast beliebigen Anpressdruck der Kontaktstifte auf der Platte. Oszillierende Bewegungen der aufgesetzten Stifte entfernen Oxydschichten und Schmutz. Vor dem Aufsetzen werden evtl. vorhandene feste Bestandteile und Feuchtigkeit mit Druckluft weggeblasen. Formschlüssiges Aufsetzen wird getestet, Übergangswiderstands- und Kriechstrommessungen überprüfen die einwandfreie Funktion der Verbindung, vor dem Freischalten von Lade- oder Entladestrom.
Was spricht gegen die bisher angedachten Stecker- und Kabellösungen? Freischwebende Kabel unter Strom auf dem Gehsteig, Pfosten am Rand der Fahrbahn oder in den Parkbuchten, das sind Gefahrenquellen, die ein hohes Maß an Gefährdung beinhalten und hohe Aufwendungen für Instandhaltung und Haftung erwarten lassen. Solche Lösungen tragen auch nicht gerade zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Der Andockvorgang mit aussteigen, Klappe öffnen, Kabel herausholen, Klappe am Pfosten öffnen, Stecker einstecken, Ladevorgang starten - das sind Vorgänge, die dem Fahrzeugnutzer Zeit rauben und kaum hohen Nutzungsgrad erwarten lassen.
Was bietet der automatische Elektroanschluss? Der Andockvorgang verläuft vollautomatisch, ohne dass der Fahrer irgendeinen Handgriff tätigt. Wird unter dem Fahrzeug eine Anschlussplatte entdeckt und ist eine entsprechende Ladestrategie voreingestellt, positioniert ein Teleskoparm im Fahrzeug den Anschlusskopf exakt über den Anschluss, hakt sich ein und stellt die Verbindung her. Der Fahrer kann das Fahrzeug dabei schon verlassen haben. Zum Abkoppeln der Verbindung genügt die Betätigung der Fernsteuerung der Zentralverriegelung, schon verschwindet der Arm im Fahrzeugboden. Das Fahrzeug ist sofort abfahrbereit.
Warum sind die Infrastrukturkosten des automatischen Elektroanschlusses signifikant niedriger als die anderer Lösungen? Bei den Ladesäulen sind es die Aufwendungen für Vandalismus- und Unfallsicherung, die sehr robuste Konstruktionen erfordern und damit hohen Kosten verursachen. Die Ladesäule benötigen ein Betonfundament und zwei Tiefbaupunkte: am Kabelabzweig und an der Ladesäule. Hinzu kommen die Aufwendungen für die hohen Risiken, die frei über den Bürgersteig hängende 400V-Kabel haben.
Bie den Induktionslösungen sind hohe Materialkosten für Primär- und Sekundärspule sowie für Frequenzumsetzer bestimmend. Entscheidend sind die hohen Aufwände für Strahlungsabschirmung.
Der automatische Elektroanschluss hingegen erfordert neben einer Einfräsung in der Fahrbahndecke am Anschlussort nur eine Querbohrung zur Grube des Kabelabzeigs. Maßnahmen gegen Vandalismus oder Unfall, komplizierte Haftungsfragen Umweltverschmutzung durch Strahlung oder "Stadtmöbel" fallen nicht an. Die Technik ist heute beherrschbar.
Was bietet der automatische Elektroanschluss für Netzbetreiber? Die Anschlussplatte in oder auf der Fahrbahn stellt die kostengünstigste Anschlussmöglichkeit dar. Die Kosten für die Anschlussplatte liegen im Bereich von 10 Euro. Der Anschluss ist wartungsfrei sowie unfall- und vandalensicher. In Parkhäusern kann er ohne aufwendige Betonarbeiten auf der Fahrbahn installiert werden. Er ist kaum sichtbar und verschandelt das Stadtbild nicht. Der größte Vorteil für Energieversorger: die hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Netz zur Abdeckung von Bedarfsspitzen gegenüber manuellen Lösungen.
Ist der automatische Anschluss im Auto nicht zu teuer? Während die Anschlussplatte in oder auf der Fahrbahn die deutlich günstigste Lösung für die Anschluss-Infrastruktur darstellt, hat der Komfort und die hohe Fahrzeugverfügbarkeit im Netz ihren Preis, vergleichbar mit dem höheren Aufwand eines Automatikgetriebes, allerdings nicht in dieser Höhe. Gerade für deutsche Automobilhersteller im Premiumsegment bedeutet das eine erstrebenswerte Wertsteigerung.
Ist der automatische Elektroanschluss kompatibel zu anderen Anschlussarten? Die Ladeelektronik und die Kommunikation zum Energieversorger (Identifikation, Austausch von Ladestrategien, Abrechnungsdaten) im Fahrzeug ist identisch mit Steckerlösungen oder Induktionslösungen. Das parallele Vorsehen eines Kabelanschlusses ist mit sehr geringem Mehraufwand möglich. Auch ein Automatischer Anschluss und eine Induktionsspule im Fahrzeugboden sind denkbar, wenn dieser entsprechend gestaltet ist.
Was heißt eigentlich "Ladestrategie?" Die Interessen der am Ladevorgang Beteiligten, nämlich der Fahrzeugnutzer und der Energieversorger, sind vielfältig. Der Fahrzeugnutzer möchte in seiner Parkzeit mit neuer Energie versorgt werden, und das zu den günstigsten Konditionen. Er möchte immer über ein Mindestmaß an Mobilitätsreserve verfügen, andererseites aber möglichst viel Spitzenstrom an den Energieversorger verkaufen. Der Energieversorger will Strom als Transportenergie verkaufen und in Spitzenzeiten Stromreserven aus Autoakkus nutzen, um das teuere Anfahren von Spitzenstromkraftwerken zu vermeiden. All diese Interessen müssen gegenseitig ausgetauscht und in Einklang gebracht werden.
Weitere Fragen? Senden Sie sie an cargrid.de

Zurück zur Startseite